Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche

Games, TikTok, YouTube, Kinderkanäle im Fernsehen, WhatsApp & Co. bieten verlockende Zerstreuung und Unterhaltung für Kinder und Jugendliche. Ihr Alltag ist viel stärker von leicht verfügbaren Außenreizen und Ablenkungen beeinflusst als der früherer Generationen. Diese neue (Lebens-)Wirklichkeit stellt Eltern und pädagogische Mitarbeiter:innen vor große Herausforderungen: viele Kinder können sich schlechter konzentrieren, leiden unter (Cyber-)Mobbing und unrealistischen Idealbildern, sind auch zu Hause häufig unausgeglichen und haben oft Schwierigkeiten abends abzuschalten.

Auch während des Tages, in Kita oder Schule, erleben Kinder eine Vielzahl an äußeren (Lautstärke, Aufgaben, Lehrstoff) und inneren Reizen (Leistungsdruck, (Selbst-)Bewertung). Häufig ist der Alltag der Kinder und Jugendlichen durchgetaktet mit Unterricht, AGs, Hausaufgabenzeiten, außerschulischen Aktivitäten, Essenszeiten etc. Zudem bedingt die Bewertung und Benotung der schulischen Leistungen eine Leistungsorientierung sowie ein beständiges Vergleichen mit anderen. Verstärkt wird diese Tendenz zunehmend auch durch digitale Medien und soziale Netzwerke. Das Vertrauen in die eigenen Stärken ist häufig von äußeren Faktoren abhängig.

In den vergangenen 20 Jahren haben Pädagog:innen in den USA und Europa, die selbst Achtsamkeit praktizieren, das Potenzial von Achtsamkeitsübungen auch für Kinder und Jugendliche erkannt. Sie entwickelten Lehreinheiten für verschiedene Altersgruppen, die sie wissenschaftlich evaluierten.

Forschungsergebnisse zeigen, dass Achtsamkeitstraining Kinder und Jugendliche u. a. unterstützt bei der

  • Aufmerksamkeitsregulation
  • Konzentration
  • Emotionsregulation
  • Stärkung des Selbstbewusstseins

Dies macht Achtsamkeit zu einer grundlegenden Kulturkompetenz, die Kinder und Jugendliche beim Aufwachsen in einer beschleunigten, digitalen Welt nachhaltig unterstützt. Daher fördern wir die Vermittlung von Achtsamkeit an Kinder und Jugendliche dort, wo sie einen Großteil ihres Alltags verbringen: in Kitas, Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen.

Achtsamkeit für schulische Lehrkräfte und pädagogisches Personal

Die Arbeit in pädagogischen Berufen ist oft mit hoher psychischer Belastung verbunden: durch Zeitdruck, hohe Lautstärkepegel, nicht ausreichende oder fehlende Erholungspausen, häufige Störungen und Unterbrechungen.

Eine gezielte Achtsamkeitsschulung für Pädagog:innen hilft, ihre persönlichen Ressourcen zu stärken und einen gesünderen Umgang mit Stress im Arbeitsalltag zu entwickeln. Beispielsweise anhand der Förderung der Fähigkeit, inmitten des belastenden Arbeitsalltages kurze Rituale der Ruhe und des Innehaltens zu etablieren – für sich selbst und in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

Pädagogische Arbeit ist zum Großteil Beziehungsarbeit. Mit wie viel Offenheit und Mitgefühl Pädagog:innen die Beziehung zu Kindern und Jugendlichen gestalten, hängt auch von ihrer Beziehung zu sich selbst ab. Wenn sie gut für sich selbst sorgen und in engem Kontakt mit sich, ihren Bedürfnissen und Werten sind, sind sie auch klar, authentisch und mitfühlend im Umgang mit anderen Menschen.

Achtsamkeitsweiterbildungen für Pädagog:innen fördern die Selbstwahrnehmung und die Kommunikation mit sich selbst. Je mehr Pädagog:innen eine achtsame Haltung im eigenen Leben etablieren, desto natürlicher können sie diese auch in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verkörpern und vermitteln. Sie fließt bei regelmäßiger Praxis mit der Zeit also ganz natürlich in die pädagogische Arbeit ein.

Achtsamkeits-Weiterbildungen unterstützen Pädagog:innen u. a. darin

  • sich persönlicher Stressmuster bewusst zu werden
  • in ihrem Berufsalltag gelassener und klarer zu handeln
  • einen gesünderen Umgang mit den alltäglichen Herausforderungen zu entwickeln

Der AKiJu-Curiculum-Kurs

In unserem 6-wöchigen Achtsamkeitskurs “AKiJu-Curriculum – Achtsamkeit für pädagogische Fachkräfte” erhalten Lehrer:innen, Erzieher:innen, (Sozial)-Pädagog:innen, Psycholog:innen und alle im pädagogischen Kontext Tätigen, die Kinder und Jugendliche begleiten, einen Einstieg in Achtsamkeit. Der Kurs vermittelt Werkzeuge zur Selbstfürsorge, stärkt bei regelmäßiger Praxis die Resilienz für einen besseren Umgang mit Stress und Alltagsherausforderungen und zeigt zugleich, wie Achtsamkeit durch niederschwellige, altersgerechte Übungen im pädagogischen Setting an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden kann. Im AKiJu-Curriculum-Kurs geschulte Achtsamkeitslehrende in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Expert:innensuche.

Einen guten Einstieg in das Thema Achtsamkeit sowie die Entwicklung einer eigenen Achtsamkeitspraxis bieten zudem auch 8-wöchige MBSR-Kurse. Auf dieser Grundlage bieten sich zahlreiche Weiterbildungs-Möglichkeiten, um Ihr Wissen und Ihre Fertigkeiten in der Vermittlung von Achtsamkeit in Ihrem jeweiligen pädagogischen Arbeitsfeld vertiefen zu können.

Wieviel Achtsamkeitserfahrung braucht man, um lehren zu können? 

AKiJu ist es ein großes Anliegen, zu qualitativ hochwertigen Achtsamkeitsangeboten im pädagogischen Bereich beizutragen. Daher haben wir uns zu dieser zentralen Frage umgehört.

Christiane Wolf blickt selbst auf mehr als 25 Jahre Achtsamkeitserfahrung zurück, ist MBSR-Ausbilderin, MBSR- und Dharma-Lehrerin sowie Mitbegründerin des Meditationszentrums InsightLA in Los Angeles, USA. Hier finden Sie ihre wunderbare Antwort auf diese Frage.